Wie Sie mit dem Keyword Universe zielgenau Ihr Content Marketing planen

Unendliche Weiten: Das Keyword Universe bündelt digitale Nachfrage

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↘Content Marketing – wie jede Form des Marketings – ist kein Selbstzweck. Es geht um messbare Ergebnisse. Idealerweise um mehr Umsatz. Wenn wir also eine eigene Website mit dem Ziel betreiben, darüber unser Geschäft anzukurbeln, muss diese Website einen messbaren Effekt auf unser Geschäft haben. Ein notwendiges Ziel unserer Content Marketing-Strategie ist es deshalb, Google-Visibility
(Suchmaschinen-Sichtbarkeit) für unsere Website zu schaffen und auf diese Weise Traffic zu generieren. Google-Visibility bedeutet, grob gesagt, ein Ranking unserer Website zu einem bestimmten Keyword auf einer der ersten drei Google-SERPs. Idealerweise entsteht so ein wachsender Besucherstrom auf unsere Website, den wir weiter veredeln, d.h. in Newsletter-Abonnenten und schließlich sogar in Käufer wandeln können. Eine wesentliche Quelle für diesen Traffic ist die Google-Suche. Deshalb ist es so wichtig, dass unsere Website dort eine gute Sichtbarkeit hat.


In diesem Artikel erfahren Sie:


Was ist ein Keyword Universe?

Um Google Visibility zu generieren, benötigen wir Content. So viel ist klar. Content ist der unersetzbare Treibstoff für alle Maßnahmen, die wir ergreifen, um unsere Website für unsere Zielgruppe relevant zu gestalten. Die große Frage lautet aber: Welchen Content benötigen wir? Welche Themen müssen wir bearbeiten, um unsere Seite in Google sichtbar zu machen und Traffic auf die Seite zu ziehen? Wie erreichen wir genau die Zielgruppe, die wir erreichen wollen, um sie zunächst von unserer Kompetenz zu überzeugen, so Vertrauen aufzubauen und ihr schließlich auch noch etwas zu verkaufen? Wie planen wir unsere Content-Produktion so, dass wir nicht wertvolle Ressourcen (Zeit und Geld) für Schüsse ins Blaue verschwenden?

Wir benötigen dafür ein Werkzeug, mit dem wir die digitale Nachfrage nach bestimmten Themen erfassen und für unsere Zwecke strukturieren können. Diese Nachfrage können wir zu guten Teilen über die Daten ermitteln, die uns Google zur Verfügung stellt. Google bietet uns damit einen guten Überblick, denn rund 95% aller Suchanfragen im Internet laufen in Deutschland über die Google-Suchmaschine.

4 Schritte zum Keyword-Universe

1. Primary Keywords als Basis für das Keyword Universe

Google stellt uns mit dem Keyword-Planer ein kostenloses Tool zur Verfügung, das wir nutzen können, um systematisch die Suchnachfrage zu beliebigen Themen zu analysieren. Alternativ kann eine solche Analyse auch mit kostenpflichtigen Tools wie Searchmetrics erledigt werden. Ziel dieser Analyse ist es, ein sogenanntes „Keyword Universe“ (Google-Suchbegriff-Universum) zu erstellen. Ein Keyword Universe enthält sämtliche (oder doch einen großen Teil, denn Vollständigkeit ist hier Ermessenssache) relevanten Suchbegriffe zu einem bestimmten Thema. Hinter diesen Suchbegriffen stehen jeweils die Anzahlen an Suchanfragen zu diesen einzelnen Begriffen. Insofern bildet das Keyword Universe aus Suchmaschinensicht die digitale Nachfrage zu einem bestimmten Thema ab. Damit ist es ein wertvolles Tool für unsere Planung.

Wie erstellen wir ein Keyword Universe? Zunächst bilden wir eine sogenannte Primary-Liste. Primaries sind diejenigen Keywords, die wir als Basis für die Erstellung des vollständigen Keyword Universe nutzen. Um die Primary-Liste zu bilden, greifen wir auf unser bereits vorhandenes Wissen über das zur Debatte stehende Thema zurück. Wir müssen also bereits über ein gewisses Grundlagenwissen darüber verfügen. Dies ist Voraussetzung, da wir ein Keyword Universe nicht aus dem Nichts erschaffen können (ohne hier jetzt philosophisch zu werden). Wir sammeln allein oder mittels eines Brainstormings im Kollegenkreis diejenigen Begriffe, bei denen wir der Überzeugung sind, dass sie

  • Für das Thema in jedem Fall inhaltlich relevant sind.
  • Von denjenigen, die sich mit dem Thema befassen und auf Google nach Informationen dazu suchen, als Suchbegriffe gesucht werden.

Ein solches Brainstorming ist also keine ganz triviale Angelegenheit. Denn die Herausforderung ist eine doppelte. Wir müssen uns gleichzeitig in das jeweilige Thema hineindenken und in diejenigen, die wir über die Google-Suche erreichen wollen. Schwierig kann das insbesondere in sehr engen und thematisch anspruchsvollen Märkten und Fachgebieten sein. Denn dort gibt es üblicherweise eine entwickelte Fachsprache (oder einen bestimmten Fachjargon, der unter Experten „in der Szene“ gesprochen wird). Die entsprechenden Fachbegriffe sind aber nicht zwangsläufig diejenigen Begriffe, die vom erweiterten Interessentenkreis (der ja nicht ausschließlich aus Fachleuten, sondern v.a. auch aus denjenigen besteht, die gerade erst beginnen, sich mit dem Thema zu beschäftigen) benutzt werden.

2. Der Sprachgebrauch der Zielgruppe ist entscheidend, um Content richtig zu gestalten

Als Beispiel kann hier das Gespräch zwischen Arzt und Patient dienen. Der Patient geht zum Arzt, weil er häufig unter Kopfschmerzen leidet. Er wird dem Arzt entsprechend seine Beschwerden schildern und dabei v.a. den Begriff „Kopfschmerz“ benutzen. Der Arzt wird im Anamnese-Gespräch versuchen, die genaue Art und die möglichen Ursachen der „Kopfschmerzen“ herauszufinden. Für die Behandlung wird der Arzt sich dann Begriffe wie „Cephalgie“, „Spannungskopfschmerz“, „Clusterkopfschmerz“ oder „Migräne“ notieren. Dies sind gebräuchliche Begriffe in der Medizin, die allerdings der medizinische Laie (der einfach nur leidet) meist nicht kennt und daher auch nicht verwendet, wenn er sein Leiden beschreibt.

Daraus folgt: Würden wir ein Online-Gesundheitsportal für die breite Öffentlichkeit (also nicht für Ärzte) planen und zu diesem Zweck ein Keyword Universe entwickeln wollen, so wäre es sehr fraglich, ob ein Begriff wie „Cephalgie“ ein geeignetes Primary Keyword wäre. Zwar handelt es sich um den fachlich korrekten Begriff. Aber es liegt der Verdacht nahe, dass diejenigen, die wir mit diesem Portal erreichen und als Nutzer gewinnen wollen, stattdessen den viel gebräuchlicheren, dafür aber unfachmännischen Begriff „Kopfschmerz“ als Suchwort (Keyword) nutzen werden. Um uns also nicht von vornherein zu limitieren und unser Portal an der Zielgruppe vorbei zu entwickeln, ist es also dringend notwendig, immer die Zielgruppe und ihren Sprachgebrauch im Hinterkopf zu haben, wenn wir uns mit der Auswahl unserer Primary Keywords beschäftigen.

Indem wir uns also an die beiden Vorgaben (inhaltliche Relevanz und Sprachgebrauch der Zielgruppe) halten, erstellen wir, idealerweise im Team, unsere Primary Keyword-Liste. Diese Liste sollte zwischen 50 und 100 Begriffe enthalten. Eine genaue Vorgabe ist hier nicht sinnvoll. Nach oben hin wird die Liste durch die Handhabbarkeit begrenzt: Je größer die Primary Keyword-Liste, desto umfangreicher wird später das vollständige Keyword Universe. Nach unten hin versteht sich die Begrenzung von selbst. Eine zu beschränkte Primary Keyword-Liste bietet zu wenig inhaltliche Substanz, um auf ihr im nächsten Schritt ein Keyword Universe aufzubauen. Eine Primary Keyword-Liste zwischen 50 und 100 Begriffen aufzusetzen ist daher sowohl eine inhaltlich sinnhafte wie pragmatisch kluge Vorgabe – kein Gesetz, das sklavisch einzuhalten wäre.

3. Aus den Primary Keywords entsteht das Keyword Universe

Die fertige Primary Keyword-Liste nutzen wir nun als Ausgangsbasis, um das eigentliche Keyword Universe zu erstellen. Hier kommt jetzt der Google Keyword-Planer ins Spiel. Dieses eigentlich zur Entwicklung von Google AdWords-Kampagnen gedachte Tool zweckentfremden wir für drei Ziele:

  • Herauszufinden, wie groß die Anzahl an Suchanfragen hinter den einzelnen Primary Keywords ist.
  • Herauszufinden, welche weiteren Suchbegriffe im Umfeld der Primary Keywords von der Zielgruppe bei Google verwendet werden.
  • Herauszufinden, wie groß wiederum die Anzahl an Suchanfragen hinter diesen weiteren Suchbegriffen ist.

Die Bearbeitung aller drei Fragen ergibt im Ergebnis die Basis für das fertig Keyword Universe. Die Beantwortung der ersten Frage ist einfach. Wie man mit dem Google Keyword-Planer die Anzahl an Suchanfragen zu einem Keyword ermittelt, können Sie hier nachlesen. Auch die zweite Frage erschließt sich relativ leicht. Wir greifen dabei auf einen weiteren Aspekt von Googles Datenschatz zu. Denn Google weiß nicht nur, wie oft nach bestimmten Keywords gesucht wird. Google weiß auch, welche weiteren Suchbegriffe im thematischen Kontext dieser Keywords gesucht werden.

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Google liefert uns hier zunächst die Information, dass der Begriff „content marketing“ rund 8.100 mal pro Monat gesucht wird. Wenn „content marketing“ eines unserer Primary Keywords wäre, hätten wir somit bereits die erste Frage, die nach dem Suchvolumen unmittelbar hinter dem Primary Keyword „content marketing“, beantwortet. In dem Block darunter liefert uns Google nun die noch erheblich wertvollere weitere Information. Hier führt Google sämtliche weiteren Keywords auf, die im thematischen Kontext des Suchbegriffes „content marketing“ ebenfalls gesucht werden und damit natürlich ebenfalls für uns relevant sind. Denn Google macht uns hier einen entscheidenden Aspekt unserer Zielgruppe transparent: Was sucht derjenige, der nach dem Begriff „content marketing“ sucht, darüber hinaus ebenfalls bei Google? Durch die Beantwortung dieser Frage können wir jetzt die Interessenlage unserer Zielgruppe weiter ausdifferenzieren.

Wir erfahren an erster Stelle z.B., dass im Kontext von „content marketing“ auch nach „content marketing institute“ gesucht wird. Hierbei handelt es sich um das vom amerikanischen Content Marketing-Pionier Joe Pulizzi aufgebaute und geführte Unternehmen, das u.a. alljährlich die „Content Marketing World“ in Cleveland veranstaltet – den weltweit führenden internationalen Content Marketing-Kongress. Auch hier liefert Google als weitere Information die Anzahl der Suchanfragen zu diesem Suchbegriff (170 pro Monat). Weiter erfahren wir, dass von Google-Nutzern die Frage „was ist content marketing“ gestellt und bei Google eingegeben wird – und zwar immerhin 210 mal im Monat. Dies ist eine Information über unsere Zielgruppe wie sie klarer nicht sein könnte. Hier ist man sich offenbar unklar, was Content Marketing überhaupt ist und sucht nach Antworten.

4. Aus den Keyword-Listen wird das Keyword Universe verdichtet

Diese Liste mit weiteren, thematisch relevanten Keyword-Vorschlägen umfasst 800 weitere Keywords. Wir müssen diese Liste jetzt nicht im Detail durchgehen. Google gibt uns stattdessen die Möglichkeit, die Liste vollständig herunterzuladen. Indem wir das tun, machen wir den nächsten Schritt zu unserem vollständigen Keyword Universe. Denn unser Keyword Universe vervollständigen wir, indem wir die eben am Beispiel des Keywords „content marketing“ dargestellte Operation bei jedem einzelnen unserer gesammelten Primary Keywords durchführen. Indem wir Google zu jedem dieser Primary Keywords nach den thematisch in der Suche verwandten Keywords befragen und die dann von Google generierte Liste herunterladen, entsteht Schritt für Schritt unser Keyword Universe.

Alle diese Excel-Listen verdichten wir nämlich im nächsten Schritt in einer einzigen Excel-Liste. Diese Liste formatieren wir nach dem immer gleichen Muster:

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Haben wir diesen Arbeitsschritt abgeschlossen, nutzen wir die Excel-Funktion „Duplikate entfernen“, um eventuell doppelt vorhandene Keywords automatisch entfernen zu lassen und so unser Keyword Universe um Dubletten zu bereinigen. Damit ist unser Keyword Universe vorerst fertiggestellt. Dieses Universe liegt jetzt in Form einer langen Keyword-Liste vor, die nicht nur sämtliche Primary Keywords enthält, die wir gesammelt haben, sondern zu jedem dieser Primary Keywords zusätzlich die nach Google jeweils ebenfalls thematisch relevanten weiteren Keywords samt Suchnachfrage. Dessen Wert als Planungsinstrument ist nicht zu überschätzen. Wir verfügen mit unserem Keyword Universe jetzt über eine auf echten, realen Google-Daten basierende Abbildung der Nutzer-Anfragen zu einem klar definierten thematischen Gebiet. Wir wissen jetzt, ob es zu diesem Gebiet oder bestimmten Teilgebieten darin eine relevante Nachfrage gibt und v.a. wie diese genau aussieht


Mögliche Erweiterung:

Die Angebotsseite einbeziehen: Was uns die Google-Listings sagen

Um maximalen Nutzen aus unserem Keyword Universe zu ziehen und es als Planungshilfe bestmöglich zu nutzen, müssen wir das Keyword Universe noch mit weiteren Daten und Analysen anreichern. Denn bislang wissen wir nur, nach welchen Themen und Fragestellungen unsere Zielgruppe in Google sucht. Was wir noch nicht wissen, ist, welche Chancen wir tatsächlich haben, mit Content zu diesen Themen unserer Website zu Sichtbarkeit in der Suchmaschine zu verhelfen. Wir haben noch keinen Überblick darüber, wie wir unsere begrenzten Ressourcen für die Content-Produktion am besten einsetzen, um so schnell wie möglich die größtmöglichen Effekte zu erzielen und so dem eigentlichen Ziel der ganzen Übung näherzukommen: Messbare Ergebnisse, Website-Traffic und im Idealfall schließlich mehr Umsatz zu erzielen.

Hierfür müssen wir Themen und damit einzelne Keywords oder Keyword-Gruppen aus unserem Keyword Universe sinnvoll priorisieren. Und zwar möglichst nach der Chance, die diese Keywords bieten, mit dem entsprechenden Content Sichtbarkeit und Traffic zu erzielen. Bislang können wir einzelne Keywords jedoch nur nach der Menge der jeweils dahinter stehenden Suchanfragen unterscheiden. Das ist auch durchaus ein sinnvolles Unterscheidungskriterium. Denn klar ist: Ein Keyword mit hohem Suchaufkommen bringt uns grundsätzlich mehr als eines mit nur sehr geringem Suchaufkommen. Ob es uns allerdings gelingt, mit unserem Content zügig gut zu diesem Keyword zu ranken, ist eine ganz andere Frage.

Dazu müssen wir die Konkurrenz in unsere Betrachtung mit einbeziehen. Denn so speziell unser Thema auch sein mag – es ist äußerst unwahrscheinlich, dass wir die ersten und einzigen sind, die dazu online mit Content vertreten sind und somit um die vorderen Google-Rankings konkurrieren. Um die Konkurrenzsituation ebenfalls bewerten zu können, benötigen wir zunächst weitere Daten. Bislang haben wir aus dem Google Keyword-Planer nur die Nachfrage nach unseren Themen ausgelesen und in unserem Keyword Universe verdichtet (die Anzahl der Suchanfragen zu unseren Keywords). Google stellt uns aber neben der Nachfrage auch Daten zum Angebot zur Verfügung.

Beim Angebot handelt es sich schlicht und ergreifend um die im Netz bereits vorhandenen und von Google indexierten Websites, die Content zu denselben Themen anbieten, zu denen auch wir aktiv werden wollen oder sind und die entsprechend ebenfalls zu den von uns im Keyword Universe hinterlegten Keywords ranken. Diese werden von Google in Form der generischen Suchergebnisse angezeigt, wenn wir die entsprechenden Keywords bei Google eingeben – die sogenannten Listings. Praktischerweise teilt uns Google bei jeder Suchanfrage jeweils die (ungefähre) Anzahl dieser Listings mit.

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Als Ergebnis der Suchanfrage nach dem Keyword „content marketing“ gibt uns Google also insgesamt 18.300.000 Listings – Websites, die in irgendeiner Form Content enthalten, der zum Keyword „content marketing“ passt und deshalb von Google entsprechend gerankt wird. Relevant ist das meiste davon nicht wirklich, denn allgemein gilt die Sichtbarkeit von Content, der jenseits der dritten Google-SERP (Search Engine Result Page) gerankt wird, als de facto null (da diese Suchergebnisse vom Nutzer nur selten zur Kenntnis genommen werden).

Wir ergänzen jetzt die einzelnen Keywords in unserem Keyword Universe jeweils um die Anzahl der Listings, die Google in der generischen Suche dazu anbietet. Unser Keyword Universe hat dann entsprechend folgenden Aufbau.

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Wichtiger Hinweis!

Klar ist: Zu sämtlichen Keywords in unserem Keyword Universe händisch per Google-Abfrage die Anzahl der Listings zu ermitteln, wäre eine extrem ermüdende und v.a. zeitraubende Aufgabe. Denn ein Keyword Universe besteht meist auf vielen hundert einzelnen Keywords. Oft sogar aus mehr als tausend. Es ist daher sinnvoll, diese Aufgabe über eine entsprechende Programmierung automatisch erledigen zu lassen. Auf diese Weise sind auch Fehler ausgeschlossen, die beim händischen Übertragen von Zahlen zwangsläufig zu einem gewissen Grad passieren. Allerdings ist bei der automatischen “Massenabfrage” von Listings wiederum Vorsicht geboten: Google reagiert auf diese Art der “Bots” sehr empfindlich, sodass Firmen im schlimmsten Fall mit starken Sanktionen rechnen müssen.


Fazit: Das Keyword Universe als Planungsinstrument fürs Content Marketing

Nach diesen Anreicherungs- und Verdichtungsschritten verfügen wir jetzt über ein Keyword Universe, das folgende Funktionen erfüllt:

  • Überblick über die Keywords bzw. Themen, die unsere Zielgruppe tatsächlich beschäftigen
  • Clusterung dieser Keywords anhand der jeweiligen reellen Nachfrage (Anzahl der Suchanfragen)
  • Überblick über das tatsächliche Angebot an Content (Websites), die zu diesen Keywords ranken

Wir verfügen mit dem Keyword Universe über ein direkt an den Angebots- und Nachfrageverhältnissen, wie sie auf Google abgebildet werden, orientiertes Planungsinstrument, mit dem wir unsere Content-Produktion zielgenau einsteuern können:

  • Wir wissen, welche Themen und Keywords mit welcher Nachfrage hinterlegt sind und können so die richtigen Themen auf unser Website in den Vordergrund stellen. Außerdem können wir vermeiden, Zeit und Geld für Themen zu verschwenden, zu denen es keine oder nur sehr geringe Nachfrage gibt.
  • Wir wissen, welche „Tonalität“ wir bei der Produktion von Artikeln einsetzen sollten. Wenn beispielsweise Fachbegriffe nur sehr gering auf Google gesucht werden, sollten wir stattdessen die (möglicherweise) stärker nachgefragten allgemeinen Ausdrücke verwenden.
  • Wir wissen, zu welchen Themen bzw. Keywords eine so starke Konkurrenz herrscht, dass das Erreichen von schneller Sichtbarkeit sehr unwahrscheinlich ist. Entsprechend können wir uns stattdessen auf Themen konzentrieren, die schnelleren Erfolg versprechen.

Diese Informationen sind von unschätzbarem Wert, um unter Verwendung der entsprechenden Keywords den für diese Suchanfragen passenden Content zu produzieren und mit eben diesem Content Google Visibility zu genau diesen Suchanfragen zu generieren. Im Ergebnis werden wir dann (nach einer gewissen Zeit!) mit unserem Content zu genau den Suchanfragen (und von genau den Menschen) gefunden, zu (und von) denen wir gefunden werden wollen. Wichtig: Verwendung der entsprechenden Keywords bedeutet hier nicht das klassische „Keyword Stuffing“, sondern die Produktion von hochwertigem Content, der sich mit denjenigen Fragen befasst, die hinter den Suchanfragen in unserem Keyword Universe stehen. Dass dabei dann auch die jeweiligen Keywords verwendet werden, versteht sich mehr oder weniger von selbst.

8 Tools für effektivere Keyword-Recherche

„Schreiben Sie für die Kunden, nicht für die Suchmaschinen“ ist eine fortbestehende Regel des Content Marketings. Jedoch sieht die Realität bei vielen Marketer etwas anders aus.

Natürlich muss die Zielgruppe im Mittelpunkt stehen und der Content auf deren Bedürfnisse angepasst sein. Um jedoch in den Suchmaschinen, wie z.B. in Google, sichtbar zu sein, spielen auch die Keywords eine Rolle. Dabei geht es keinesfalls darum, Ihre Texte lediglich für einzelne Suchbegriffe zu optimieren. Vielmehr zeigen Keywords, nach was Ihre Nutzer suchen und welche Themen sich daraus für Ihre Content-Erstellung ergeben. Wichtig ist, ein Thema möglichst vollumfänglich zu präsentieren und nicht lediglich auf einzelne Stichwörter zu fokussieren. Dieser holistische Ansatz ist ebenso ein Faktor, um bei Google & Co. besser zu ranken und so mehr Traffic auf Ihre Seite zu lenken.

Die richtigen Keywords zu finden ist also sowohl in Hinblick auf Ihre Zielgruppe also auch auf Ihr SEO ein erster wichtiger Schritt in Ihrer Content Marketing-Strategie. Und dazu benötigen Sie Tools, mit denen Sie die Häufigkeit von Suchanfragen in Ihre Nische feststellen können und zugleich Hinweise auf sogenannte semantisch verwandte Keywords erhalten. Denn erst so können Sie ein Themen vollumfänglich darstellen und Inhalte dazu gestalten.

Beide Fragen beantwortet freundlicherweise Maggie Barr auf contentmarketinginstitute.com mit ihrem Blog-Post ↘“8+ Tools to Find Related Keywords for Your Content. In dieser kuratierten Zusammenfassung erklärt sie, was sich genau hinter “semantisch verwandten Keywords” verbirgt und zählt zusätzlich noch 8 Tools auf, mit denen Sie die für Sie relevanten Suchbegriffe finden können:

Was sind semantisch ähnliche Keywords?

Semantisch ähnliche Keywords sind Suchbegriffe, die im Umfeld eines Stichworts ebenfalls von Nutzern gesucht werden. In Google finden Sie diese in der Regel am unteren Ende der Trefferliste mit der Bezeichnung “Verwandte Suchanfragen”.

Ein Beispiel: Sie möchten einen Artikel über die besten Laufschuhe für Frauen schreiben. Ihr Keyword ist also “Laufschuhe Damen”. Um dieses Thema jedoch weitläufig abzudecken und alle relevanten Informationen anbieten zu können, müssen Sie wissen, was in diesem Zusammenhang für Ihre Nutzer noch relevant ist.

Sie geben nun “Laufschuhe Damen” bei Google ein und erhalten eine ganze Reihe an Ergebnissen. Bei der Betrachtung der ersten Suchergebniss-Seite, also der Search Engine Result Page (SERP), sind noch weitere ähnliche Themengebiete in den detaillierteren Beschreibungen ersichtlich, wie beispielsweise bequem, leicht, bunt, Trailschuhe oder Lightweight Trainer. Weitere Anregungen bieten zudem die “Verwandten Suchanfragen”, wie auf dem Sreenshot (rot umrandet) zu sehen ist:

Laufschuhe-Damen-Google-SERP

Sie können diese Recherche (wie eben im Beispiel erläutert) manuell durchführen oder die folgenden Tools dafür nutzen:

 1. Google Adwords Keyword Planner (gratis)

Dieses Tool ist meistens die erste Anlaufstelle für eine Keyword Recherche. Allerdings erhalten Sie nur nützliche Ergebnisse, wenn Sie bereits AdWord-Kampagnen geschaltet haben. Ansonsten liefert Ihnen der Keyword-Planner lediglich Nährungswerten zum Suchvolumen, die sehr ungenau sind. Für Informationen zu semantisch ähnlichen Keywords ist es dennoch hilfreich.

Tipp: Google verbindet den Keyword Planner mit Ihrem Google Account, sodass Sie sich dort anmelden müssen, um auf den Google Planner zugreifen zu können.

2. Pinterest (gratis)

Pinterest ist ein Geheimtipp um an ähnliche Keywords oder Themen zu gelangen. Tippen Sie Ihr Stichwort oder Themengebiet im Suchfeld ein und Sie erhalten so ähnliche Begriffe, die in Verbindung zu Ihrem gesuchten Keyword stehen. Wenn Sie Ihre Suche über Pinterest noch etwas erweitern möchten, erhalten Sie im Long Tail zusätzliche Variationen.

3. BrightEdge (gebührenpflichtig)

BrightEdges DataCube kann Ihnen helfen ähnliche Themen und Begriffe aufzuspüren. Wählen Sie eines Ihrer Keywords aus und geben Sie es in das Programm ein, sodass Sie eine ausführliche Liste verwandter Begriffe erhalten (funktioniert ähnlich wie Google AdWords Keyword Planner). Des Weiteren ermöglicht Ihnen die Anwendung eine Filterfunktion nach Suchvolumen (höher als 1.000), Long- Tail Keywords (mehr als 3 Wörter) oder der Höhe des Wertes (höher als 80, der errechnet wird durch Kosten- per- Klick [CPC], Wert und Suchvolumen).

4. Conductor Audience Intent Explorer (gebührenpflichtig)

Conductors Audience Intent Explorer ist ebenfalls ein hilfreiches Tool um verwandte Begriffsvorschläge Ihres Contents zu ermitteln. Nach der Eingabe Ihres Keywords, bekommen Sie eine entsprechende Liste. Des Weiteren sind auf der linken Seite Filter zu finden, die die gefundenen Themen für Sie clustern. Auf der Ebene des einzelnen Keywords werden die monatlichen Suchvolumen, den monatlichen Trend und mögliche Konkurrenz aufgezeigt.

5. Google Correlate (gratis)

Google Correlate stellt eine weitere Hilfestellung dar, um an begriffsverwandte Keywords zu gelangen. Falls Sie beispielsweise über „Swimming Pool“ einen Artikel schreiben, möchten Sie möglicherweise auch auf die verschiedenen Aspekte wie die optimale Wassertemperatur oder die Wasserqualität berichten. Um auf diese themenrelevanten Begriffe zu gelangen, bietet sich dieses Tool an, dass Ihnen eine Liste von ergänzenden Themenfeldern zu Ihrem Begriff vorschlägt.

6. Google verwandte Suchanfragen und die automatisch Begriffs- Ergänzung von Google (gratis)

Eine weitere Variante um potenzielle verwandte Begriffe festzustellen, stellen die verwandten Suchanfragen von Google dar. Wenn Sie nach Ihrem Keyword bei Google suchen, befinden sich am Ende der ersten Seite (SERP) Vorschläge zu weiteren Themen, die mit Ihrem Keyword zu tun haben.

Achten Sie ebenfalls auf “Autovervollständigung” und Vorschläge für Suchanfragen, sobald Sie einen Begriff bei Google eintippen . Geben Sie beispielsweise den Begriff „Klavier“ im Suchfeld ein, schlägt Ihnen Google die Erweiterung vor wie „Klavier kaufen“ oder „Klavier spielen“.

 7. Moz verwandte Begriffe (gratis)

Wenn Sie an einer Kampagne arbeiten, die im Tool Moz aufgebaut ist, stellen Sie sicher, dass Sie die Suchoptionen nach verwandten Begriffen benutzt haben. Klicken Sie auf „Seiten Optimierung“ (page optimization), tippen Sie dann das Keyword und die geplante URL ein. Im nächsten Schritt gehen Sie dann auf „verwandte Themen“ (related topics). Nun sehen Sie eine Liste, die die Themen nach der zugehörigen Relevanz anordnet. Des Weiteren wird zu jedem Begriff ersichtlich welche URL am besten zum jeweiligen Thema rankt.

8. Keywordtool.io (gratis und gebührenpflichtige Versionen)

Ein weiteres Tool um verwandte Keywords bzw. Themenfelder zu entdecken, stellt das keywordtool.io dar. Geben Sie einfach das Keyword im Suchfeld ein und Sie bekommen einen schnellen Überblick zu möglichen semantisch verwandten Begriffen. Eine weitere Option dieses Tools besteht in der Suche nach zugehörigen Fragen. Für das Erfassen eines zielgruppenorientierten Contents ist es hilfreich zuvor zu untersuchen, welche Fragestellungen (verbunden mit dem Keyword) die Nutzer bei Google eingeben.

Wie Sie die gefundenen semantisch ähnlichen Begriffe in Ihren Text einbauen können

Nach Ihrer manuellen oder Tool-basierten Recherche haben Sie einen Überblick bekommen, welche Begriffe sinnvoll für Ihre Content-Planung und -Erstellung wären.

Nicht alle der gefundenen Keywords machen Sinn in Verbindung mit Ihren Inhalten. Deswegen sollten Sie exakt evaluieren, welche Begriffe geeignet sind und welche weniger. Als Entscheidungsgrundlage dienen dazu alle Informationen über Ihre Zielgruppe (Stichwort Buyer Personas!).

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